Was wäre, wenn …?

UCM.ONE bringt im Februar 2022 in Zusammenarbeit mit CineGraph aus Hamburg die 1. Ausgabe der Edition Cinefest auf dem Label Artkeim² in den Handel. Der Vorverkauf wird in Kürze starten und die entsprechenden Links können dann auf dieser Seite gefunden werden.

Der Film, der dafür vom Kuratorenteam ausgesucht wurde, ist “Was wäre, wenn …?“, ein DEFA-Film aus dem Jahr 1960. Regie bei dieser Komödie, in der unter anderem Manfred Krug in einer seiner ersten Rollen zu sehen ist, führte Gerhard Klingenberg, das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Hedda Zinner.

Inhaltsangabe

In dem kleinen Dorf Willshagen an der innerdeutschen Grenze tauchen geheimnisvolle Herren in einem Westauto auf und zeigen großes Interesse an dem verkommenen Schloß. Klatsch und Spekulationen blühen, und es geht das Gerücht einer Grenzveränderung um. Willshagen soll an die Bundesrepublik fallen, und einige erwarten den Grafen zurück. Plötzlich tauchen all die aus dem Schloß gestohlenen Gegenstände wieder auf. Manche Dorfbewohner schütteln die Köpfe über diesen Unfug, andere sind verunsichert. Bauer Gepfert fragt sich, ob er noch in die LPG eintreten soll. Seine Frau und Tochter Inge raten ihm zu, während Großbauer Dahlke ihm abrät und ein Geschäft vorschlägt. Inge soll seinen Sohn Christian heiraten, um ihr Land zu vereinigen. Aber Inge liebt den MTS-Traktoristen Peter. Als der Graf ankommen soll, sind Pro- und Contragruppen aufmarschiert – bis ein Team der DEFA erscheint, das im Schloß einen Film drehen will: Nur deshalb wurde es renoviert!

(Quelle: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

Die in dem Film thematisierte mögliche Grenzbereinigung gab es vielfach nach 1945 zwischen Ost und West. So zum Beispiel im Rahmen des Barber-Ljaschtschenko-Abkommens.

Über Gerhard Klingenberg

Gerhard Klingenberg wurde am 11. Mai 1929 in Wien geboren und absolvierte am Konservatorium der Stadt Wien eine Schauspielausbildung.  Ab 1948 erhielt er erste Engagements an Theatern in St. Pölten, Klagenfurt und Innsbruck, ehe er 1956 zum Berliner Ensemble ging. Von 1962 bis 1968 war er an Bühnen in Köln, Frankfurt am Main und Hamburg sowie am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Schauspielhaus Zürich und an den Münchner Kammerspielen tätig. Von 1968 bis 1985 führte er am Wiener Burgtheater, das er von 1971 bis 1976 auch als Direktor leitete, Regie. Gerhard Klingenberg engagierte in dieser Zeit Regisseure wie Jean-Louis Barrault und Peter Hall. Trotz seiner traditionell-klassischen Ausrichtung in der Programmgestaltung brachte er Stücke von Tom StoppardThomas Bernhard oder Harold Pinter auf die Burgtheaterbühne. Unter Klingenbergs Direktion inszenierte Claus Peymann die Uraufführung von BernhardsDie Jagdgesellschaft“.

Im Anschluss an seine Direktion in Wien ging Klingenberg wieder als Direktor von 1977 bis 1982 an das Schauspielhaus Zürich und war danach von 1986 bis 1995 Intendant des Berliner Renaissance-Theater. Im Anschluss an seine Tätigkeit in Berlin arbeitete er als freier Regisseur. Neben seiner Arbeit am Theater wirkte Klingenberg an zahlreichen Fernsehproduktionen als Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor mit und betätigte sich zudem als Shakespeare-Übersetzer. Gerhard Klingenberg, Vater des 1947 geborenen Regisseurs Reinhard Schwabenitzky, lebt als Pensionär in Österreich.

Original Titel: Was wäre wenn …?

Regie: Gerhard Klingenberg

Co-Regie: Herrmann Zschoche

Drehbuch: Gerhard Klingenberg, Hedda Zinner

Literarische Vorlage: Hedda Zinner (Schauspiel)

Schauspieler*innen: Willi Narloch, Gerd Ehlers, Heinz Fröhlich, Trude Bechmann, Hanns Anselm Perten, Fritz Hofbauer Heinz Scholz, Adolf Peter Hoffmann, Dietrich Zimmermann, Horst Lommatzsch, Georg Peter Pilz, Ernst Kahler, Peter-Paul Goes, Peter Marx, Angela Brunner, Manfred Borges, Ursula Braun, Christa Windisch-Grätz, Manfred Krug, Gerd Biewer, Fred Düren, Hans Knötzsch, Ulrich Folkmar, Werner Trögner

KameraErich Gusko

Kameraassistent: Peter Dietrich

Szenenbild: Alfred Drosdek

Schnitt: Friedel Welsandt

Ton: Horst Mathuschek

Maske: Klaus Goede, Anita Hering

Kostüm: Rosemarie Wandelt

Musik: Peter Fischer

Produktionsleitung: Erich Albrecht

DEFA-Fotograf: Hans Bernd Baxmann

 

Produktionsfirma: DEFA (Deutsche Film AG)

Genre: Komödie, Drama

Produktionsjahr: 1960

Land: Deutsche Demokratische Republik (DDR)

Sprache: deutsch

 

Länge: 90 Min

FSK: 6

Auflösung: Full-HD

Weitere Titel:

Englisch: What would happen, if … ?

Tschechisch: Kdo se smeje naposled…

Filmlabel: Edition Cinefest / Artkeim²

 

Kinostart: 01. September 1960

DVD Start: 11. Februar 2022

VoD Start: 10. Dezember 2021

Filmografie von Gerhard Klingenberg (Auswahl)

1959: Was wäre, wenn …? (Regie)

1959: Spuk in Villa Sonnenschein (Regie)

1960: Guten Tag, lieber Tag (Regie und Drehbuch)

1962: Tevya und seine Töchter (Regie)

1963: Unterm Birnbaum (Regie)

1963: Der Mann aus England (Regie)

1964: In der Sache J. Robert Oppenheimer (Regie)

1965: Ein Wintermärchen (Regie)

1966: Die Gelehrten Frauen (Regie)

1967: Das schwedische Zündholz (Regie und Drehbuch)

1968: Der Tod des Handlungsreisenden (Regie)

1968: Tragödie auf der Jagd (Regie)

1969: Der Talisman (Regie)

1970: Ardèle oder das Gänseblümchen (Regie)

1976: Kabale und Liebe (Regie)

1977: Morgen (Regie)

1978: Der Spinnenmörder

1986: Mord am Pool (Regie)

1988: Aufrichtige Lügnerin (Regie)

Trailer (deutsch)

Filmliebhaber und Sammler können sich über eine hochwertige Clamshell-Verpackung aus Karton freuen sowie über das umfangreiche Booklet sowie einen Audiokommentar der Filmhistoriker Ralf Schenk und Hans-Michael Bock.

Technische Daten

Bildformat : 4:3 in 16:9 | Tonformat: Deutsch DD 2.0 (Mono) | Extras: Audiokommentar der Filmhistoriker Ralf Schenk und Hans-Michael Bock; 40-seitiges Booklet; Kurzfilm: “Die Grenze (Der Porzellanladen Teil 1)“. Deutschland 1995. Regie: Franz Winzentsen (2:17 min); Original Trailer FSK 6

Kommentare zum Film

„Zusammenfassend kann man sagen: wer sich einmal achtundachtzig Minuten gut unterhalten will, der soll sich diesen Film ansehen.“ (Die Junge Welt 1960)

“Es handelt sich um eine Komödie, die um eine realistische Sicht auf Bewusstseinshaltungen der DDR-Landbevölkerung bemüht sei und zu erstaunlich ehrlichen, kritischen Schlüssen komme, jedoch ästhetisch eher anspruchslos inszeniert sei” (Das Lexikon des internationalen Films)

Über Cinegraph

CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung e.V. wurde 1989 von Mitarbeitern des gleichnamigen Filmlexikons, einem internationalen Standardwerk zum deutschsprachigen Film, als eingetragener Verein gegründet. Ziel von CineGraph ist es, die filmkulturellen Kenntnisse zu fördern. Dafür vermittelt das Centrum Ergebnisse filmhistorischer Forschung durch Kongresse und Retrospektiven, Seminare, Ausstellungen, Publikationen und Multimedia. Zudem unterstützt und berät der gemeinnützige Verein Forschungsvorhaben zur Film- und Mediengeschichte.

CineGraph betreibt Filmgeschichte als Mediengeschichte, also als Darstellung der komplexen Wechselwirkung von Ästhetik, Technik, Politik und Ökonomie im zeitgeschichtlichen Umfeld. CineGraph ist eine international vernetzte Filmerbe-Institution. Ihr Renommee beruht seit über 30 Jahren auf einer stattlichen Reihe wissenschaftlicher Publikationen zum Film sowie auf der Präzision bei der Recherche bio- und filmografischer Daten. Seit 2001 ist CineGraph Mitglied des Kinematheksverbunds, dem die wichtigsten deutschen Filminstitute angehören. Außer Grundlagenforschung fördert CineGraph auf gemeinnütziger Basis das allgemeine Wissen um den deutschsprachigen Film.

Neuigkeiten

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