Die Schlangengrube und das Pendel

Der Film “Die Schlangengrube und das Pendel” ist ein von Constantin-Film (München) produzierter und von Harald Reinl inzenierter deutscher Horrorfilm, der auf eine Geschichte von Edgar Allan Poe basiert. “Die Schlangengrube und das Pendel” wurde im Sommer 1967 gedreht und kam am 5. Oktober 1967 in die deutschen Kinos. In 2020 wurde der Film in Zusammenarbeit mit moviemax sowie Christos Pateludis und seiner Firma Filmscan & more in 4K neu abgetastet und restauriert.

Inhalt des Films

1806: Frederick Graf Regula wird zur Sühne dafür, dass er auf seinem Schloß Andomai im Sandertal 12 Jungfrauen bestialisch ermordet hat, zum Tode verurteilt und gevierteilt.

1841: Ein einbeiniger Moritatensänger überbringt dem Advokaten Roger Mont Elise und der jungen Baronesse Lilian von Brabant die geheimnisvolle Aufforderung eines Grafen Regula, sich auf den Weg ins verrufene Sandertal im Mittelland zu machen, wo Lilian die Erbschaft ihrer verstorbenen Mutter antreten und Roger Hinweise erhalten soll, die seine mysteriöse Herkunft aufklären können. In dem skurrilen Pater Fabian findet Roger einen Begleiter, der ihm den Weg zur sagenhaften ´Blutburg´ zeigt.

Auf der Flucht geraten Roger, Lilian und Fabian in ein Gewölbe, in dem Anatol in einer schwarzen Messe die Auferweckung des toten Grafen gelingt. Dieser verkündet, dass er nur noch das Blut einer 13. Jungfrau, nämlich Lilians, brauche, um das ewige Leben zu gewinnen. Während Regula und Anatol durch Schlangen und anderes grässliches Ungetier versuchen, Lilian in die benötigte Todesangst zu versetzen, droht Roger die Exekution durch ein messerscharfes Pendel…

Unterwegs können die beiden einen Überfall vermummter Reiter auf Lilian und ihre Zofe Babette, die dasselbe Ziel haben, vereiteln. Er stellt die beiden Mädchen unter seinen Schutz, kann aber nicht verhindern, daß sie kurz vor der Ankunft doch noch entführt werden. In einem Rittersaal unter den Ruinen des Schlosses von Graf Regula treffen Roger und Fabian wieder auf die eingeschüchterten Frauen, die sich in Gesellschaft eines unheimlichen Mannes, Anatol, befinden, der das baldige Erscheinen des Grafen Regula ankündigt. Fabian, der sich als Straßenräuber entpuppt, aber nun aus Furcht mit Roger gemeinsame Sache macht, gelingt es nicht, den unverwundbaren Anatol unschädlich zu machen.

Entstehungsgeschichte des Films

Am Zustandekommen des Films “Die Schlangengrube und das Pendel“´ ist der Edgar Wallace- und Karl May-Produzent Horst Wendlandt maßgebend beteiligt. Nach dem Misserfolg seines letzten Karl May-Films „Winnetou und sein Freund Old Firehand“, der im Dezember 1966 in den Kinos anläuft, überdenkt der schlagartig völlig verunsicherte Geschäftsmann alle seine Pläne. Für 1967 sind eigentlich wieder zwei ´Karl May Filme´ in Vorbereitung, nämlich “Im Tal des Todes” und “Winnetou und Kapitän Kaiman“. Im Februar 1967 kommt es zu einer Krisensitzung mit Wendlandt, den führenden Köpfen seiner Rialto-Film, seinem Hausverleih Constantin-Film sowie Regisseur Harald Reinl, bei der man sich, als auch Reinl sie nicht von einem weiteren Erfolg des Unternehmens überzeugen kann, für ein vorläufiges “Aus” der Winnetou-Filme entscheidet. Nun gibt es allerdings schon rechtsgültige Verträge für Winnetou und Kapitän Kaiman, für den bereits Lex Barker, Karin Dor, Vladimir Medar und Harald Leipnitz, nicht aber Pierre Brice, unterschrieben haben. Während der für die Rolle des Kapitän Kaiman vorgesehene Harald Leipnitz als Ersatz die “Blaue Hand” im gleichnamigen Edgar-Wallace-Reißer jagen darf, kommen Lex Barker, Karin Dor und Vladimir Medar in einem Ersatzprojekt unter, das bereits während der Krisensitzung als mögliche Alternativlösung ins Spiel kommt und sehr schnell Anklang findet. Man einigt sich darauf, daß die Constantin, sonst meist nur für den Verleih zuständig, diesmal auch als Produzent fungiert; die Herstellung übernimmt, gegen einen Pauschalbetrag, die Bavaria, in deren Studios auch die Innenaufnahmen stattfinden. Die Rialto, sprich Horst Wendlandt, bleibt im Hintergrund.

Initiator des Projekts „Die Schlangengrube und das Pendel“ ist Erfolgsregisseur Harald Reinl. Durch die geschäftlichen Erfolge, die in den letzten Jahren in den deutschen Kinos mit ausländischen Produktionen des Horror-Genres gemacht wurden, angeregt, ist er davon überzeugt, nach den Edgar Wallace– und Karl May-Filmen eine neue Erfolgswelle ankurbeln zu können: „In Deutschland wurde der Horrorfilm geboren. Von hier zog er um die ganze Welt; nacheinander gab es eine amerikanische, eine englische, eine japanische und schließlich eine italienische Horrorfilm-Welle. Bei uns wurde das Genre jahrzehntelang nicht mehr gepflegt. Wir müssen das Gruseln, das wir einst die Welt gelehrt haben, erst selbst wieder üben.“

Auf den Gedanken, Edgar Allan Poe zu verfilmen, kommt Harald Reinl durch die Erfolge der von Roger Corman inszenierten Filme “The Fall of the House of Usher” (deutsche Titel: “Die Verfluchten“), “Pit and the Pendulum” (“Das Pendel des Todes“) und “The Masque of the Red Death” (“Satanas – Das Schloß der blutigen Begierde“). Allerdings hat man nicht vor, von Edgar Allan Poes Erzählung ´Die Grube und das Pendel` eine werkgetreue Verfilmung zu machen. Drehbuchautor Manfred R. Köhler geht deshalb mit der Vorlage sehr unbekümmert und großzügig zu Werke.

Die Absicht, einen richtigen Horrorfilm zu drehen, der für ein erwachsenes Publikum zugeschnitten ist, wird von der Produktionsleitung schon während der Aufnahmen durchkreuzt, indem die Forderung gestellt wird, den Film so zu gestalten, dass er für Kinobesucher ab 12 Jahren freigegeben werden kann. Dies hat zur Folge, dass zahlreiche freizügige oder harte Szenen gar nicht erst gedreht oder aus der endgültigen Fassung herausgeschnitten werden.

Der Eingriff von oben bringt zwar etwas mehr Einnahmen als eine Freigabe erst ab 16 oder gar 18 Jahren, führt jedoch später zu entsprechenden Kritiken, die von einem „Horrorfilm für Kinder“ sprechen. Von „lachhaft anstatt gruselig“ bis zu „ein bißchen Spessart und ein Schuss Wallace“ reicht die Palette der Anmerkungen, als das Endresultat später in den Kinos gezeigt wird. Dabei sind nicht wenige Journalisten, die während der Dreharbeiten zugegen sind, von den schaurigen Bauten in den Bavaria-Ateliers in München-Geiselgasteig, die mit echten Geiern, Schlangen und Spinnen garniert sind, durchaus beeindruckt. Eine Reporterin beschreibt in ihrem Bericht wortreich eine Szene, in der Lex Barker am Boden gefesselt unter dem scharfen Pendel liegt und von ihr mit Schaudern gefragt wird, ob er denn keine Angst habe. In diesem Moment sagt Regisseur Harald Reinl: „So, und jetzt lassen wir die Ratten herein.“, worauf Lex Barker nur von sich gibt: „Really funny, isn`t it?“

Wegen schlechten Wetters bei den Außenaufnahmen sind zusätzliche Drehtage notwendig. Dadurch wird Karin Dor um ein einmaliges Erlebnis gebracht. Sie muss ihre Einladung zur „Royal Performance“ nach London absagen, bei der sie anlässlich der Welturaufführung des neuen James-Bond-Films “You Only Live Twice” (“Man lebt nur zweimal“), bei dem sie eine wichtige Rolle innehat, der englischen Königin vorgestellt worden wäre. Ein schwacher Trost ist für sie die Bemerkung eines Journalisten, der über sie schreibt: „Beim Anblick Karins möchte man glattweg viermal leben“.

Auch Kameramann Ernst W. Kalinke hat den Außendreh in schlechter Erinnerung: Kurz nach Drehbeginn, als man bei Detmold die Szene mit den “Geisterreitern” dreht, wagt er sich zu nahe an die wildgewordenen Pferde heran und wird von diesen über den Haufen geritten. Mit mehrfachen Knochenbrüchen und Prellungen am ganzen Körper wird er ins Krankenhaus gebracht.

Doch schon 17 Tage später nimmt er, stark eingegipst, seine Arbeit wieder auf. Diese Zähigkeit nötigt Lex Barker so viel Respekt ab, dass er in Zukunft nur noch vom “Eisernen Kameramann Kalinke” spricht.

Titel: Die Schlangengrube und das Pendel

Regie: Harald Reinl

Nach der Geschichte “Die Grube und das Pendel” von: Edgar Allan Poe

Drehbuch: Manfred R. Köhler

Schauspieler*innen: Lex Barker, Karin Dor, Christopher Lee, Carl Lange, Vladimir Medar, Christiane Rücker, Dieter Eppler, Klaus W. Krause, Franziska Liebing, Horst Naumann, Bruno W. Pantel, Herbert Weicker

Herstellungsleiter: Erwin Gitt

Regieassistent: Charles M. Wakefiled

Produktionsleitung: Wolfgang Kühnlenz

Produktionsassistent: Charles Wakefield

Kamera: Ernst W. Kalinke, Dieter Liphardt

Ton: Hans Joachim Richter

Schnitt: Hermann Haller

Filmarchitekt & Bauten: Rolf Zehetbauer

Requisiten & Dekoration: Gabriel Pellon

Ausstattung: Werner Achmann, Georg Attlfellner, Erich Kogler

Technik: Kurt Bruckner, Li Erben, Joachim Gitt

Trickaufnahmen: Erwin Lange

Spezialeffekte: Theodor Nischwitz

Kostümbildnerin: Irms Pauli

Kostüme: Anton Dissertori, Anni Graf

Masken & Make-up: Gerda Bublitz, Erich L. Schunckel

Musik: Peter Thomas

 

Produktion: Constantin Film

Produktionsjahr: 1967

Genre: Horror, Mystery

Land: Deutschland

Sprache: Deutsch

Synchronisation: Englisch

Drehorte: Bavaria Studios – München (Bayern), Detmold (Nordrhein-Westfalen), Isartal (Bayern), Rothenburg ob der Tauber (Bayern)

Länge: 84 Min

FSK: 12

Seitenverhältnis: 1.66 : 1

Sound Mix: Mono

Auflösung: 4K (neue Abtastung 2020)

Weitere Titel:

Deutsch: Die Wassergrube und das Pendel, Schloß Schreckenstein (beides Arbeitstitel)

Englisch: The Torture Chamber of Dr. Sadism, The Blood Demon, Castle of the Walking Dead, Pendulum, The Snake Pit, The Snake Pit and the Pendulum, The Torture Room, Torture Chamber, Blood of the Virgins

Französisch: Le vampire et le sang des vierges, Vampire – La malédiction du château d’Andomai, La fosse aux serpents

Spanisch: El tormento de las 13 doncellas

Italienisch: La tredicesima vergine

Portugiesisch: Sangue das Virgens, O Passado Tenebroso

Dänisch: Skrækborgen

Schwedisch: Skräckens blodiga borg

Finnisch: Tohtori Sadismin kauhukammio

Griechisch: I epanastasis ton vrykolakon, O pyrgos ton zontanon nekron

Russisch: Колодец и маятник

Japanisch: ペンダラム

Filmlabel: M-Square Classics

Verleih: UCM.ONE

Kinostart Deutschland: 05.10.1967

Kinostart USA: 21.05.1969

Limitiertes Deluxe Mediabook: 23.10.2020

Limitiertes Mediabook: 27.11.2020

VoD-Start: 27.11.2020

Die Außenaufnahmen wurde vor allem in Rothenburg ob der Tauber, Isartal bei Straßlach, Fürstenallee bei Schlangen und im Teutoburger Wald bei Detmold realisiert.

Für den vielbeschäftigten Christopher Lee ist sein kurzes Gastspiel im deutschen Film eher belanglos; er erinnert sich jedoch noch Jahre später nicht ungern daran: „Die Voraussetzungen waren erstklassig: Harald Reinl führte Regie, seine Frau Karin Dor spielte auch mit – einer der Spitzenstars in Deutschland, die auch schon in britischen Filmen mitgewirkt hatte – und natürlich Lex Barker.

Zu dieser Zeit war er einer der führenden Hauptdarsteller im europäischen Film, für die Deutschen die ideale Verkörperung der arischen Schönheit, Typ Siegfried. Einer der populärsten Stars im Nachkriegsdeutschland. Er stand auf der Höhe seines Ruhms, als ich das interessante Angebot erhielt, mit ihm, einem Top-Regisseur und einer der führenden Hauptdarstellerinnen zu arbeiten. Ein Angebot, das ich ohne zu zögern akzeptierte.“

Die Schlangengrube und das Pendel“ wird ein halbwegs zufriedenstellendes Geschäft. Er spielt seine Kosten ein und erwirtschaftet einen kleinen Gewinn, aber um eine neue Welle zu erschaffen, reichen die Kassenergebnisse dann doch nicht aus.

Stab und Besetzung

Regie: Harald Reinl (* 08.07.1908 Bad Ischl / Österreich, ✝︎ 09.10.1986 Puerto de la Cruz / Teneriffa / Spain)

Studiert nach der Matura Jura und promoviert zum Dr. jur. Ein begeisterter Bergsportler und brillanter Skifahrer, wird er von Bergfilmpionier Arnold Fanck als Statist und Double in mehreren seiner Filme eingesetzt. Anschließend arbeitet er einige Jahre als Assistent von Leni Riefenstahl, bevor er mit “Bergkristall” im Jahre 1949 seinen ersten Film als Regisseur macht. Als einer der kommerziell erfolgreichsten Regisseure der Nachkriegszeit ist er in allen Genres von Heimat- über Kriegsfilm bis Lustspiel, Drama und in den 60er Jahren auch Kriminalfilm und Western zu Hause. Miterfinder der Edgar Wallace– und vor allem der Karl May-Welle.

1954 bis 68 in zweiter Ehe mit Karin Dor verheiratet. Sein Leben endet tragisch, als er in seinem Haus von seiner alkoholkranken dritten Frau erstochen wird.

Musik: Peter Thomas (* 01.12.1925 Breslau / Polen, ✝︎ 17.05.2020 Lugano / Schweiz)

Wächst in Berlin auf. Neben einem klassischen Musikstudium prägt ihn vor allem seine Zeit als Pianist in zahlreichen Clubs der Vier-Sektoren-Stadt, in der er den unterschiedlichen Musikgeschmack der Besatzungsmächte kennen und schätzen lernt. Kommt über den Rundfunk Ende der 50er zum Fernsehen und kurz danach zum Film. Entwickelt sich schnell zu einem der erfolgreichsten und meistbeschäftigten Komponisten im deutschsprachigen Raum.

Viele mittlerweile legendäre TV- und Filmsoundtracks wie zum Beispiel „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ stammen aus seiner Feder. Daneben auch zahlreiche Musikalben und Werbemusiken. Peter Thomas blieb bis ins hohe Alter aktiv.

Lex Barker als Roger Mont Elise (* 08.05.1919 Rye / New York / USA, ✝︎ 11.05.1973 New York City / USA)

Aus wohlhabendem Hause stammend, beginnt er nach dem College ein Studium zum Bauingenieur, bricht es aber ab, um sein Glück beim Theater zu versuchen. 1942 bis 45 als Soldat im 2. Weltkrieg, den er im Rang eines Majors und mit einer schweren Kopfverletzung beendet. Seine Hollywoodkarriere kommt nach einigen kleinen Rollen durch die Verkörperung des Tarzan in Schwung, er wird aber nie über die Stellung eines B-Picture-Stars hinauskommen.

1957 geht er nach Europa: Zuerst nach Italien, wo er in zahlreichen Mantel- und Degenfilmen den Helden darstellt; ab 1961 dreht er vorwiegend in Deutschland, wo er als Old Shatterhand zu einem Superstar im Kino der 60er Jahre avanciert. Ab 1970 werden die Angebote weniger, er kehrt nach Amerika zurück, wo ihm aber ein echtes Comeback verwehrt bleibt.

Karin Dor als Lilian von Brabant (* 22.02.1938 Wiesbaden / Deutschland, ✝︎ 06.11.2017 München / Deutschland)

Eigentlich Kätherose Derr. Nimmt schon während ihrer Zeit auf dem Gymnasium Schauspiel- und Ballettunterricht und macht Statisterie in einigen Filmen. Harald Reinl wird 1954 auf sie aufmerksam gemacht und besetzt sie in zwei seiner Filme in kleinen Rollen. Im gleichen Jahr heiratet sie den fast 30 Jahre älteren Regisseur. Sie entwickelt sich schnell zu einer beliebten und vielbeschäftigten Hauptdarstellerin vorwiegend in Komödien sowie Heimat- und Schlagerfilmen, meist als sanfte Naive.

In den 60ern wird sie eines der Gesichter der Edgar Wallace-Serie und ähnlich gearteter Produktionen (“Dr. Mabuse“) im Fach der verfolgten Unschuld und bedrängten Heroine. Sie dreht einen James Bond-Film und für Alfred Hitchcock; der ganz große Durchbruch zum Weltstar gelingt aber nicht ganz. Seit den 1970ern vorwiegend Fernseh- und Theaterarbeit.

Christopher Lee als Frederick Graf Regula (* 27.05.1922 London / England, ✝︎ 07.06.2015 London / England)

Tritt nach dem College 1940 in die britische Luftwaffe ein, wo er in einer nachrichtendienstlichen Spezialeinheit tätig ist. Macht nach dem Krieg eine Ausbildung zum Opernsänger, wendet sich aber dann dem Theater und Film zu. Spielt viele Jahre nur kleine Rollen, bevor er ab 1957 mit der Darstellung des Grafen Dracula sowie weiterer bösartiger Charaktere wie Dr. Fu Man Chu zu einem Spezialisten des Horror- und Gruselfilms avanciert.

Einem jüngeren Publikum wird er ab 2001 durch seine Rolle als Zauberer Saruman in der Herr der Ringe-Trilogie bekannt. Einer der meistbeschäftigten Darsteller der Filmhistorie mit über 280 Credits. Wird 2009 zum Sir geadelt.

Materialbearbeitung (Ein Bericht von Walter Potganski)

Aufwendige Digitalisierung“ ist seit einigen Jahren das Zauberwort, wenn dem „Verschwinden des kulturellen Erbes“ entgegengewirkt werden soll. Es geht um Sichtbarkeit: Was öffentlich verfügbar ist, bleibt gegenwärtig. Für “Die Schlangengrube und das Pendel” (1967) war die Herausforderung, Filmmaterial im Format von 35mm zu digitalisieren und zu bearbeiten. Wir konnten dies mit Cristos Pateludis realisieren, einem Fachmann für Filmrestauration, der selbst einige Tools für die jeweiligen Bearbeitungsstufen entwickelt hat. Zusammen mit Reno Bornkamm ist er Inhaber der Firma Pateludis Video Transfer und war unter anderem verantwortlich für den 4K-Scan, die Lichtbestimmung und Farbkorrektur. In der Regel werden diese Schritte in Anwesenheit des Kameramanns und des Regisseurs vorgenommen, was in diesem Fall natürlich nicht mehr möglich war. Meine Erfahrungen im technischen Bereich der Filmrestaurierung reichen über 40 Jahre zurück und so waren Cristos Pateludis und ich verantwortlich für das, was man den „Film-Look“ nennt.

Als Ausgangsmaterial standen uns sowohl ein 35mm Intermed-Negativ wie auch eine Sendekopie (wurde damals extra für Fernsehsender angefertigt) zur Verfügung. Filmabtaster oder Telecine werden die Geräte genannt, mit denen sich Filmmaterial in Videosignale oder Datenpakete umwandeln lässt. Es gibt unterschiedliche Methoden, um das zu realisieren. Ein grundlegender funktionaler Unterschied ist dabei, ob jedes Einzelbild des Filmstreifens gleichzeitig von einem flächenhaften Sensor erfasst wird, oder ob der Sensor das Bild zeilenweise in elektrische Signale umwandelt. Bei Echtzeit-Abtastern läuft der Film mit normaler Vorführgeschwindigkeit durch den Abtaster, Geräte, die aufgrund höherer Auflösung mit langsameren Geschwindigkeiten arbeiten, werden auch als Scanner bezeichnet. In unserem Fall wurde ein 4K-Scan (diente auch der Materialsicherung) angefertigt.

Früher ging es in diesem Bearbeitungsschritt hauptsächlich darum, Farbigkeit und Lichtstimmungen festzulegen, oder bei der Abtastung für den Fernsehbetrieb einzustellen, wie das Filmbild auf dem Bildschirm dargestellt werden soll. Heute stehen aber auch spezielle Color-Grading Systeme zur Verfügung, deren Eingriffsmöglichkeiten um ein Vielfaches über die Einstellung von Gamma-Kurven, Kontrast und Helligkeit hinausgehen. Es sind tiefgreifende Bildmanipulationen möglich. Color Grading beinhaltet heute die Funktionalität aus der Effekt-Postproduktion und aus dem Filmrestaurierungsbereich. Teilweise wird deshalb auch vom „Creative Color Grading“ gesprochen, wenn ein System genutzt wird, das solche Möglichkeiten bietet.

An diesem Punkt scheiden sich die Geister. Durch die vielfachen „Eingriffsmöglichkeiten“ wird ein Kinofilm oft so geglättet oder unnatürlich wiedergegeben, dass er nichts mehr, oder kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Film zu tun hat, wie ihn die Kinobesucher damals gesehen hatten. Auf diese Bildmanipulation haben wir weitgehendst verzichtet und Tools sehr vorsichtig eingesetzt. Es ist ein Spagat: einerseits Bildrauschen und Kratzer zu minimieren, andererseits aber das Filmkorn, eben das Typische am Film zu erhalten. Einige dieser Arbeitsschritte sind bildlich dargestellt in einer Fotogalerie auf der DVD.”

Zusätzliche Informationen

Drehzeit: 16. Mai bis 7. Juli 1967;  Uraufführung: 5. Oktober 1967; Verleih: Constantin; Länge: 85 min. (2333 m); Format : 35 mm, 1.66 : 1; Farbe: Eastmancolor, Ton: Mono. Der Film lief in Frankreich als “Le vampire et le sang des vierges” (Kinostart: 05.03.1969) und in den USA als “The Torture Chamber of Dr. Sadism” (Kinostart: 21.05.1969).

Original Trailer (Remastered)

Stimmen zum Film

“Die Schlangengrube und das Pendel” sorgt mit seinem Charme, stellenweise unfreiwillig komischen Einlagen und einem Flair, der dem der alten Edgar Wallace-Filme nahekommt, für ein nostalgisches Wonnegefühl beim Zuschauer, fast so wie beim Betrachten alter Kinderfotos.” (horror-page.de)

“Die Schlangengrube und das Pendel – ein wichtiges und einzigartiges Beispiel der deutschen Filmgeschichte!” (Fantastique International)

“…aber der seltsamen Mixtur von Mario Bava inspirierter Inszenierung und der Atmosphäre der Wallace-Krimis kann man sich als B-Movie-Freund nur schwer entziehen und entwickelt seinen eigenen Charme.” (senseofview.de)

“Der Film ist unterhaltsamer als die meisten Beiträge zur Edgar Wallace Reihe und braucht sich auch optisch nicht hinter den englischen Hammer-Filmen zu verstecken.” (highlightzone.de)

“Der Aufenthalt in München hat mir großen Spaß bereitet und ich war angenehm von dem überrascht, was ich bislang von dem Film zu sehen bekam. Die Farben sind erstklassig, die Sets exzellent und die schauspielerische Leistung mehr als adäquat. Der Film ist vielleicht doch nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte.” (Christopher Lee)

Internationales Artwork

Am 23. Oktober 2020 bringen UCM.ONE und moviemax mit „Die Schlangengrube und das Pendel“ ein Stück deutscher Kinogeschichte in digital hochwertig restaurierter HD Version als auf 1.200 Stück limitiertes und durchnummerierte Deluxe-Mediabook (1x Blu-Ray, 2x DVD, 1x CD) in den Handel. Ab 27. November 2020 wird zudem ein limitiertes Mediabook (1x Blu-Ray, 1x DVD) sowie ein auf 500 Stück limitiertes Vinyl-Album des erstmal erhältlichen Soundtracks von Peter Thomas mit rotem Vinyl erhältlich sein:

Inhalt der auf 1.200 Stück limitierten und durchnummerierten Deluxe-Sammleredition

Disc 1 (Blu-ray, ca. 84 min):
– Ungekürzter Kinofilm in HD neu abgetastet
– Audiokommentar zum Film mit Gerd Naumann, Christopher Klaese & Matthias Künnecke
– Original Kinotrailer & Teasertrailer
– Rekonstruktions – Slideshow (vorher/nachher/ca. 10 min)

Disc 2 (DVD, ca. 81 min):
– Ungekürzter Kinofilm digital remastered
– Audiokommentar zum Film mit Gerd Naumann, Christopher Klaese & Matthias Künnecke
– Original Kinotrailer & Teasertrailer
– Rekonstruktions – Slideshow (vorher/nachher/ca. 10 min)

Disc 3 (Bonus-DVD, ca. 110 min):
– Super 8-Filmfassung-Teil 1: Das Todespendel – Die Burg des Grauens (ca. 16 min)
– Super 8-Filmfassung-Teil 2: Die Schlangengrube des Grafen Dracula (ca. 16 min)
– Fernsehberichte:
— Ein Grusical wird gedreht – WDR 1967 (2,48 min)
— Neues vom Film – ZDF 1967 (4,02 min)
— UFA Wochenschau 1967 (1,28 min)
— ZDF Drehscheibe – Interview Karin Dor (4,01 min).
– Drehortsuche in Rothenburg ob der Tauber (7,30 min)
– Audio-Interview mit Karin Dor (ca. 40 min)
– Bilder von den Dreharbeiten (Slideshow, ca. 10 min)
– Internationale Artworkgalerie (Slideshow, ca. 7 min)

Disc 4 (Soundtrack-CD, ca. 52 min):
– Soundtrack (Musik komponiert, arrangiert und dirigiert von Peter Thomas)

PLUS 36-seitiges Booklet mit tollen Fotos und Hintergrundinformationen!

Erscheinungstermin: 23. Oktober 2020

Enthaltene Tonspuren und Untertitel: DVD: deutsche Tonspur, DD 2.0 (Mono), englische Tonspur, DD 2.0 (Mono); Blu-Ray: Deutsche Tonspur, DTS- HD Master Audio 2.0 Mono), Englische Tonspur, DTS- HD Master Audio 2.0 Mono); DVD & Blu-Ray: deutsche Untertitel, englische Untertitel, spanische Untertitel. Alle Untertitel sind wesentlich verbessert bzw. neu erstellt worden.

Inhalt des limitierten Mediabooks

Disc 1 (Blu-ray, ca. 84 min):
– Ungekürzter Kinofilm in HD neu abgetastet
– Audiokommentar zum Film mit Gerd Naumann, Christopher Klaese & Matthias Künnecke
– Original Kinotrailer & Teasertrailer
– Rekonstruktions – Slideshow (vorher/nachher/ca. 10 min)

Disc 2 (DVD, ca. 81 min):
– Ungekürzter Kinofilm digital remastered
– Audiokommentar zum Film mit Gerd Naumann, Christopher Klaese & Matthias Künnecke
– Original Kinotrailer & Teasertrailer
– Rekonstruktions – Slideshow (vorher/nachher/ca. 10 min)

PLUS 36-seitiges Booklet mit tollen Fotos und Hintergrundinformationen inkl. Abdruck “Illustrierter Filmkurier” von 1967

– Ungeschnittene Kinoversion
– Filmmusik von Peter Thomas (u.a. Edgar Wallace und Karl May Verfilmungen)
– Nach einer Kurzgeschichte (Die Grube und das Pendel) vom Meister des Makabren: Edgar Allan Poe

Erscheinungstermin: 27. November 2020

Enthaltene Tonspuren und Untertitel: DVD: deutsche Tonspur, DD 2.0 (Mono), englische Tonspur, DD 2.0 (Mono); Blu-Ray: Deutsche Tonspur, DTS- HD Master Audio 2.0 Mono), Englische Tonspur, DTS- HD Master Audio 2.0 Mono); DVD & Blu-Ray: deutsche Untertitel, englische Untertitel, spanische Untertitel. Alle Untertitel sind wesentlich verbessert bzw. neu erstellt worden.

Soundtrack (Limitierte Vinylauflage & digital)

A-Seite:
1. Die Schlangengrube und das Pendel
2. Der Moritatensänger
3. Mysteriöse Einladung
4. Karfreitagprozession
5. Kutschfahrt in Sandertal
6. Ungewöhnliche Reisegesellschaft
7. Der Leichenwald
8. Erinnerungen
B-Seite:
1. Schloss Anomie
2. Liebende in Bedrängnis
3. Graf Regula
4. In den Katakomben)
5. Eigenartiger Geistlicher
6. Das Pendel des Todes
7. Blut von dreizehn Jungfrauen
8. Flucht aus dem Schloss (Finale)

Die auf 500 Stück limitierte LP erscheint mit rotem Vinyl (180g), ist maschinell nummeriert mit Sticker sowie enthält ein bedrucktes Inner Sleeve. Das Album wird zudem weltweit auch digital erhältlich sein.

Erscheinungstermin: 13. November 2020

Der Soundtrack wird von UCM.ONE auf dem Label M-Square in Zusammenarbeit mit Schacht Musikverlag erstmalig weltweit veröffentlicht. Ein großer Dank geht zudem an Walter Potganski, der als Quellmaterial die alten Original Bänder wieder orten konnte und so erst eine Rekonstruieren der benutzen Musiktitel möglich machte. Bis kurz vor seinem Tod am 17. Mai 2020 hat der legendäre Filmkomponist Peter Thomas noch die Rekonstruktion begleitet.

Neuigkeiten

Ab heute erhältlich: Limitierte Deluxe Edition “Die Schlangengrube und das Pendel“ (M-Square Classics)

Darauf haben viele Fans gewartet! Einer der legendärsten Gruselklassiker der deutschen Filmgeschichte – “Die Schlangengrube und das Pendel” – erscheint erstmals komplett digital überarbeitet und in 4K neu abgetastet in einer limitierten 4 Disc-Deluxe-Edition auf DVD und Blu-ray plus Soundtrack-CD. Diese Edition bietet neben dem mit Lex Barker (Old Shatterhand), Karin Dor (Edgar Wallace) und…

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Deluxe Mediabook “Die Schlangengrube und das Pendel“ (M-Square Classics) ab jetzt im Vorverkauf

“Die Schlangengrube und das Pendel“ von Harald Reinl gilt unter Kenner des Horrorfilms, aber auch bei Edgar Wallace- und Karl May-Fans als ein besonderer Leckerbissen. UCM.ONE veröffentlicht in Zusammenarbeit mit moviemax auf dem Filmlabel M-Square Classics am 23. Oktober 2020 den Klassiker in einem streng auf 1.200 Stück limitierten und durchnummerierten Deluxe Mediabook erstmals in der in 4K neu…

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Trauer um Peter Thomas

Mit großer Trauer haben wir erfahren, dass der Filmkomponist Peter Thomas gestern Nacht 94jährig in Lugano verstorben ist. Mit seinen Kompositionen für so legendäre Serien wie “Raumpatrouille”, “Derrick” und “Der Alte” sowie zahlreichen Arbeiten für Filme wie “Der Hexer”, “Der Zinker” und “Der unheimliche Mönch” oder “Onkel Toms Hütte”, “Winnetou und sein Freund Old Firehand” und “Steiner -…

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Erstmalige Aufführung der restaurierten Fassung von “Die Schlangengrube und das Pendel” im Filmmuseum München

Am Dienstag, den 8. Oktober 2019 um 21.00 Uhr, zeigt das Filmmuseum München in Kooperation mit moviemax exklusiv und einmalig auf großer Leinwand die aufwendig neu restaurierte Fassung des Spielfilms “Die Schlangengrube und das Pendel” von Harald Reinl aus dem Jahr 1967. Horrorfilme oder nur Horrorelemente sind rar gesät im westdeutschen Kino der 1950er und 1960er Jahre. Man versuchte es…

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Der Film “Die Schlangengrube und das Pendel” wird bald als Mediabook bei UCM.ONE erscheinen

Der Film “Die Schlangengrube und das Pendel” von Harald Reinl mit Lex Barker, Karin Dor, Christopher Lee, Carl Lange und Vladimir Medar wird aktuell von der Firma Moviemax für UCM.ONE digital restauriert. Daneben werden auch umfängliche Bonusmaterialien zusammengetragen, um später eine neue erstmalige Veröffentlichung des Films in HD vornehmen zu können. Aktuell ist geplant, dass der Film zunächst…

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