Heute, am 23. September 2020, wäre Romy Schneider 82 Jahre alt geworden. Die Schauspielerin war bereits im Alter von 15 Jahren ein Filmstar. An der Seite ihrer Mutter Magda und von Filmpartner Karlheinz Böhm wurde sie 1955 in der Rolle der „Sissi“ weltberühmt. Der Film beziehungsweise die Filmtrilogie um die österreichische Kaiserin Elisabeth legte Romy aber auch auf die Rolle des “süßen Mädels” fest – ein Alptraum für die Schauspielerin. Zeit ihres Lebens versuchte sie, sich von diesem Image zu lösen.

Bei den Dreharbeiten zu „Christine“ (1958) lernte sie den damals noch unbekannten französischen Schauspieler Alain Delon kennen und verliebte sich in ihn. Sie folgte ihm nach Frankreich und suchte dort einen künstlerischen Neuanfang. Dieser kam schließlich mit ihrer Zusammenarbeit mit Starregisseur Luchino Visconti. In der Folge arbeitete sie mit Regie-Ikonen wie Orson Welles („Der Prozeß“, 1962) oder Andrzej Żuławski, für dessen „Nachtblende“ von 1974 sie mit dem “César” als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Doch ihr Lieblingsregisseur war Claude Sautet, mit dem sie im Lauf ihrer Karriere fünf Filme gedreht hat, darunter „Die Dinge des Lebens“ (1969) und „Das Mädchen und der Kommissar“ (1971), und der aus ihr und Michel Piccoli ein Traumpaar des französischen Kinos formte. Er war auch ihr Co-Star in „Trio Infernal“ von 1974. Ein Jahr später spielte sie mit Philippe Noiret in „Abschied in der Nacht“, andere illustre Leinwandpartner waren unter anderem Jack Lemmon, Peter Sellers, Peter O‘Toole, Yves Montand, Jean-Louis Trintignant, Helmut Berger, Anthony Perkins und Richard Burton.

Abschied in der Nacht (Trailer)

Nachtblende (Trailer)

Trio Infernal (Trailer)

Die gefeierte Charakterdarstellerin und Grande Dame des französischen Kinos hatte privat viele Schicksalsschläge zu verkraften und spätestens mit dem tragischen Unfalltod ihres 14-jährigen Sohnes David 1981 stürzte sie in eine tiefe Depression. Trotzdem arbeitet sie weiter. Ihr letzter Film war „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“ (1982), noch einmal an der Seite von Michel Piccoli. Mit nur 43 Jahren starb sie am 29. Mai 1982 in Paris an Herzversagen.

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