Django – Ein Sarg voll Blut

George Hilton kommt in seiner persönlichen Django-Filmografie bei den deutschen Titeln auf insgesamt sechs Einträge: 1967 „Leg‘ ihn um, Django“; 1968 „Django, Ein Sarg voll Blut“; 1968 „Django – Melodie in Blei“; 1968 „Django, wo steht dein Sarg“; 1968 „Ein Halleluja für Django“; 1970 „Django und Sabata – Wie blutige Geier“. Er war damit der Darsteller, der bisher am häufigsten Django verkörperte. Im Film “Django – Ein Sarg voller Blut“, der auf dem Label B-Spree Classics von UCM.ONE in Zusammenarbeit mit moviemax auf Blu-Ray, DVD und als limitiertes Mediabook sowie digital erhältlich ist, hat George Hilton mit dem deutschen Schauspieler Horst Frank einen sehr charismatischen Gegenspieler, der vielen Fans als „Baron DeLefouet“, der Timm Thaler das Lachen raubte, oder als Hörspielsprecher in den Europa-Hörspielen der 70er Jahre unvergessen bleibt.

Inhalt des Films

Die beiden Revolverhelden Django (George Hilton) und Bull (Walter Barnes) kommen in das kleine Städtchen Laredo, wo sie von Richter Warren beauftragt werden, nach verschwundenen 500.000 US-Dollar in Gold zu suchen. Dieser Goldschatz gehörte eigentlich den Konföderierten Staaten von Amerika und wurde von einem Offizier im Kampf ums Überleben irgendwo im Ort versteckt. Doch die einflussreiche Familie Forrester, angeführt vom skrupellosen Jason Forester (Horst Frank), verwandt mit dem verstorbenen Offizier, hat ein ganz eigenes Interesse, das Gold zu finden. Deshalb versucht sie mit Hilfe einer Gruppe Banditen, die Suche von Django und Bull zu stören. Währenddessen erbittet die eigentliche Erbin Regina Forester (Loni von Friedl), gelähmt und im Rollstuhl, auch die Hilfe von Django und Bull. Nach vielen Schießereien und Zwischenfällen gelingt es den beiden, die Banditen auszuschalten. Doch nichts ist wie es scheint, und der wahre Drahtzieher hinter der Goldsuche wird enttarnt. Django und Bull sorgen nun mit ihren Pistolen für bleihaltige Gerechtigkeit…

Über Regisseur Giuliano Carnimeo (alias Anthony Ascott)

Am 04. Juli 1932 in Bari geboren, begann Giuliano Carnimeo seine Karriere als Regieassistent bei Carlo Campogalliani („Fontana di Trevi“, 1960). Im selben Jahr arbeitete er unerwähnt mit Giorgio Simonelli an „Robin Hood und die Piraten“ (1960), gefolgt von Enrico BombasDie Hunnen“ (1961). Seine erste Regie übernahm er 1964 bei der italienischen Version von George Shermans Komödie „Panic Button“, der erste Italo-Western „Two Sons of Ringo“ entstand 1966 in erneuter Zusammenarbeit mit Giorgio Simonelli. Zwei Jahre zogen ins Land und schließlich gab er unter dem Pseudonym Anthony Ascott mit „Django – Ein Sarg voll Blut“ sein eigenverantwortliches Regiedebüt. Der Italo-Western mit George Hilton und Walter Barnes in den Hauptrollen war besonders dank seiner grafischen Gewaltdarstellungen vielen Kritikern ein Dorn im Auge, nichtsdestotrotz etablierte sich Carnimeo mit weiteren Western bald als Genre-Regisseur.
1968 drehte Giuliano CarnimeoRingo – Such dir einen Platz zum Sterben“ mit Jeffrey Hunter in der Hauptrolle und zwischen 1969 und 1970 bereicherte er das Western-Genre um vier „Sartana“-Filme, angefangen bei „Sartana – Töten war sein täglich Brot“ (1969). Der nächste in der Reihe war „Sartana’s here… Trade your Pistol for a Coffin“ (1970), der in Deutschland als „Django – Schieß mir das Lied vom Sterben“ erschien. „Sartana – Noch warm und schon Sand drauf“ sowie „Sartana kommt“ erschienen ebenfalls 1970. Als Hauptdarsteller setzte Carnimeo dabei erneut auf George Hilton bzw. auf Gianni Garko, die in seinen kommenden Filmen die meisten Hauptrollen übernehmen würden, und so folgten schon 1971 zwei weitere Western mit Hilton und Garko.

In „Man nennt mich Halleluja“ gab George Hilton den zwielichtigen Revolverhelden, während Garko in „Ein Halleluja für Camposanto“ zwei einfältigen Brüdern unter die Arme griff. Bis 1973 drehte Giuliano Carnimeo fünf weitere Spaghetti-Western, ehe die Welle gegen Mitte der 1970er allmählich abebbte und der Regisseur sich Exploitation und Erotikkömodien zuwandte. Mit Streifen wie „Anna: The Pleasure, the Torment“ (1973) oder „Flotte Teens und Sex nach Noten” (1979) war es ihm jedoch kaum möglich, an frühere Erfolge anzuschließen, und so wurde es mit Anfang der 1980er immer ruhiger um Carnimeo. Seine letzten Filme, der Trash-Horror „Ratman“ sowie das wenig beachtete Drama „Computron 22“ erschienen 1988. Giuliano Carnimeo starb 2016 im Alter von 84 Jahren in Rom.

Original Titel: Il momento di uccidere

Regie: Giuliano Carnimeo

Drehbuch: Tito Carpi, Fabio Piccioni, Francesco Scardamaglia, Enzo G. Castellari (Idee)

Schauspieler*innen: George Hilton, Walter Barnes, Horst Frank, Loni von Friedl, Renato Romano, Rudolf Schündler, Giorgio Sammartino, Remo De Angelis, Pietro Ceccarelli, Arturo Dominici, Ugo Adinolfi

Produzent: Pier Ludovico Pavoni

Kamera: Stelvio Massi

Technik: Mario Pastorini, Michele Pensato

Ton: Massimo Jaboni

Schnitt: Renato Cinquini, Ornella Micheli

Make-up: Sergio Angeloni, Lina Cassini

Kostüme: Enzo Bulgarelli, Francesca Romana Cofano

Musik: Francesco De Masi

 

Produktionsfirmen: Euro International Films, Produzioni Cinematografiche Europee (P.C.E.), Terra-Filmkunst

Produktionsjahr: 1968

Genres: Western, Action

Länder: Italien, West-Deutschland

Sprache: italienisch

Synchronisation: deutsch

 

Länge: 92 Min

FSK: 18

Seitenverhältnis: 2,35:1 (Remastered)

Farbe: Technicolor – Techniscope

Sound Mix: Mono

Auflösung: 4K (neue Abtastung 2021)

Weitere Titel:

Deutsch: Django – Ein Sarg voll Blut

Englisch: The Moment of Killing

Französisch: Le moment de tuer

Spanisch: El momento de matar

Portugiesisch: O Momento de Matar, Bandoleiros Violentos em Fúria

Mexikanisch: La hora de matar

Dänisch: De kom for at dræbe

Finnisch: Kuolema kulkee lännessä

Filmlabel: B-Spree Classics

 

Kinostart: 04.08.1968

DVD-Start: 10.12.2021

VoD-Start: 10.12.2021

Die Synchronisation

Die deutsche Synchronfassung wurde 1968 von der Deutschen Synchron Film GmbH, Berlin, unter der Synchronregie von Karlheinz Brunnemann realisiert. Für das deutsche Synchronbuch zeichnete Rainer Brandt verantwortlich, der auch die Hauptrolle des „Django“ bzw. im Original des „Lord“ einsprach. Leider schrieb Brand – vielleicht damals auch entsprechend beauftragt durch den Verleih Constantin Film – eine eher kalauernde Synchronisation für diesen eigentlich harten Rachewestern. Diese ist ganz im Stil der zu dieser Zeit erfolgreichen Italo-Western mit Terence Hill und Bud Spencer, zum Beispiel „Vier für ein Ave Maria“ oder „Gott vergibt, wir beide nie!“, wie auch seiner späteren Arbeit fürs TV wie die unvergessene Bearbeitung der TV-Serie „Die Zwei“ mit Tony Curtis und Roger Moore. So hört man auch in diesem Western beispielsweise den Ausspruch „Schönen Gruß aus Solingen? Das lässt sich machen“, wenn die Messer gezückt werden.

Vor allem bei Italo-Western-Puristen und der renommierten Filmkritik führt das noch heute zu Kritik. So schreibt Italo-Western Chronist Ulrich P. Bruckner: „Die deutsche Synchronisation machte den Film vollkommen zur Komödie, was ihn an Unterhaltungswert verlieren lässt.“ Zustimmung findet er hier auch bei Christian Keßler, der meint „Dieser Film war ursprünglich ein eiskaltes Rachedrama […], aber Rainer Brandt gibt Gas, dass sich die Balken biegen.“

Die Synchronbesetzung (Auszug, der Film hatte 14 Sprechrollen)
RolleDarstellerDeutsche Sprecher:innen
Django / LordGeorge HiltonRainer Brandt
BullWalter BamesMartin Hirthe
Jason ForesterHorst FrankChristian Brückner
DagoRemo De AngelisHeinz Petruo
Regina ForesterLoni von FriedlRenate Küster
Mr. ForesterArturo DominiciArnold Marquis
Richter WarrenRudolf SchündlerBum Krüger
Trent ForresterRenato RomanoLothar Grützner

George Hilton – Er war Django

Als Jorge Hill Acosta y Lara erblickte George Hilton am 16. Juli 1934 in Montevideo in Uruguay das Licht der Welt und begann seine Karriere zunächst als Radiosprecher, ehe er 1955 nach Argentinien zog und dort unter dem Pseudonym Jorge Hilton in Seifenopern mitspielte. Anfang der 1960er verschlug es ihn nach Italien, wo er in „Allein gegen die Freibeuter“ (1964) – nun als George Hilton – seine erste Spielfilmhauptrolle übernahm. 1965 folgte die Bond-Persiflage „Zwei Trottel gegen Goldfinger“, doch weder Piratenfilme noch Komödien sollten seine filmische Heimat werden, für ihn hatte die Zukunft Sand, Colts und Tod in petto.

Es war im Jahre 1966, als Lucio Fulci ihn gemeinsam mit Franco Nero für „Django – Sein Gesangbuch war der Colt“ vor die Kamera holte. Django-Filme sollten fortan seine Filmkarriere bestimmen, wobei er zunächst 1967 in „Ein Halleluja für Django“ sowie in „Leg ihn um, Django“ mitspielte. 1968 war er dreimal als Django auf den Kinoleinwänden zu sehen, darunter auch in Carnimeos „Django – Ein Sarg voll Blut“. Carnimeo wurde zu einem der wichtigsten Regisseure für Hilton, da er ihn immer wieder als Hauptdarsteller für seine Italo-Western verpflichtete, darunter auch in seinen Sartana-, Halleluja- und Tresette-Filmen. Als sich in den frühen 1970ern das Ende der “Spaghetti-Welle” andeutete, fokussierte sich Hilton mehr und mehr auf klassische Actionfilme, Krimis und Galli, angefangen bei Giorgio BontempisContact“ von 1973.

War er 1977 noch in vier Filmen zu sehen, wie etwa „Taxi Girl“ oder „El Macho“, wurden seine Auftritte mit Beginn der 1980er allmählich seltener, und so klang seine Karriere in den 1990ern schließlich im Fernsehen aus. Heute zählt George Hilton – neben Terence Hill, Franco Nero und Giuliano Gemma – noch immer zu den größten Stars des italienischen Kinos der 1960er und 1970er. Er verstarb am 28. Juli 2019 im Alter von 85 Jahren und wurde in Rom beigesetzt.

Inklusive Quentin Tarantinos letzten Eintrag in die große Django-Filmografie Django Unchained (2012), gibt es inklusive dem klassischen Ursprungsfilm von Sergio Corbucci von 1966 in der Titelrolle mit Franco Nero nun schon insgesamt 54 filmische Einträge, die den Verweis auf den einsamen Rächer „Django“ im Filmtitel nutzen.

Horst Frank – Der ewige Bösewicht

Horst Bernard Wilhelm Frank wurde am 28. Mai 1929 in Lübeck geboren. Zunächst machte er eine kaufmännische Lehre, musste diese jedoch mit Beginn des Zweiten Weltkriegs abbrechen. Nach dem Krieg ging er nach Hamburg, wo er eine Schauspielausbildung an der Musikhochschule absolvierte. Trotz nicht bestandener Abschlussprüfung erhielt er 1950 sein erstes Theaterengagement in seiner Heimatstadt Lübeck. Seine TV-Karriere startete er 1955 mit „Die Puppen von Poshansk“ sowie „Wo die Liebe ist, da ist auch Gott“, gefolgt von vier weiteren Fernsehfilmen 1956. Im selben Jahr gab er in Alfred Weidemanns „Der Stern von Afrika“ sein Kinodebüt und erschien in weiteren Filmen, etwa in „Haie und kleine Fische“.

Auch in deutschen Erfolgsfilmen wie „Der Greifer“, „Das Mädchen Rosemarie“ oder „Hunde, wollt ihr ewig leben“ war er zu sehen und etablierte sich bald in der Rolle des Zynikers, Antihelden und finsteren Bösewichts, wobei besonders die 1960er von Dutzenden Auftritten in nationalen sowie internationalen Kriegsfilmen und Krimis geprägt waren. So war er unter anderem George Naders Gegenspieler in der Jerry-Cotton-Verfilmung „Um Null Uhr schnappt die Falle zu“ (1966) und stand 1967 neben Christopher Lee in „Die Rache des Dr. Fu Man Chu“ vor der Kamera.

Immer wieder trat er dabei auch in Spaghetti-Western in Erscheinung und ließ neben Terence Hill in „Django und die Bande der Gehenkten“ (1968) und George Hilton in „Django – Ein Sarg voll Blut“ blaue Bohnen durch die Luft fliegen. Anfang der 1970er verschob sich sein Schaffen mehr und mehr auf die heimischen TV-Bildschirme und zunächst sah man ihn als Pit Schaffer in „Die Journalistin“ (1970 – 1971). Später trat er immer wieder in TV-Krimis wie „Der Kommissar“, „Derrick“ oder „Der Alte“ auf und etablierte sich als bekanntes deutsches Fernsehgesicht der 1970er, mit Rollen in namhaften ARD– und ZDF-Produktionen. Neben über 170 Auftritten in Film und Fernsehen machte ihn seine markante Stimme zu einem beliebten Synchron- und Hörspielsprecher, etwa als Hauptkommissar Reynolds in „Die drei ???“. Er verstarb am 25. Mai 1999 in Heidelberg.

Loni von Friedl

Leontine Anna Maria Friedl von Liebentreu wurde am 24. Juli 1943 in Wien geboren, kurz nachdem ihre Eltern aus Berlin zurück nach Österreich gezogen waren, um den alliierten Bombardements der Hauptstadt des Dritten Reiches zu entgehen. Loni von Friedl übernahm bereits früh Kinderrollen im Hörfunk und auf der Bühne und stand bereits im Alter von sieben Jahren in „Der fidele Bauer“ vor einer Fernsehkamera. Nach der Schule nahm sie Ballett- und Schauspielunterricht und wurde bereits 1962 für ihre Rolle im 1961 erschienenen „Zwei unter Millionen“ mit dem Filmband in Gold als „Beste Nachwuchsschauspielerin“ bedacht. Im Laufe der 1960er spielte sie in unzähligen weiteren deutschen Fernsehfilmen mit und spielte 1966 die Elfi im amerikanischen Kriegsfilm „Der blaue Max“. Im selben Jahr heiratete sie Götz George, mit dem sie zehn Jahre verheiratet war, und stand zwei Jahre später in Giuliano Carnimeos Regiedebüt „Django – Ein Sarg voll Blut“ mit George Hilton und Horst Frank vor der Kamera.

1968 begegnete sie Christopher Lee in „Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu“ und hatte 1969 gemeinsam mit Roy Thinnes einen „Unfall im Weltall“.  Anfang der 1970er wurden Kinorollen immer seltener, während sich ihre TV-Karriere weiter festigte und sie eine Rolle in der Abenteuerserie „Diamantendetektiv Dick Donald“ erhielt. Ehemann Götz George spielte die Hauptrolle. Loni von Friedl blieb TV-Darstellerin und erhielt ihre nächsten längeren Serien-Engagements 1986 als Hetty Engelhardt in der ZDF-Serie „Teufels Großmutter“ sowie in „Ein Heim für Tiere“ (1985 – 1992). Zwischen 1987 und 1988 gab sie die Ilse Kurawski in „Waldhaus“ und stach 1990 mit dem „Traumschiff“ in See, während sie zeitgleich in „Mit Leib und Seele“ (1989 – 1992) zu sehen war.

Neben Helmut Fischer und Hans Clarin war sie Freifrau von Rabenberg in „Peter und Paul“ (1994 – 1998) und übernahm immer wieder Rollen in „Ein Fall für zwei“ (1984 – 1999). Im wenig bemerkenswerten „Das Tal der Schatten“ hatte sie 1999 einen ihrer seltenen Kinofilmauftritte, während sie sich gleichzeitig immer mehr von der Schauspielerei zurückzog. So übernahm sie zwischen 1999 und 2018 lediglich neun weitere TV-Rollen.

Django, Sartana, Ringo – Der Italowestern

Das Subgenre des Italo- oder Spaghettiwestern trat erstmals Mitte der 1960er in Erscheinung und feierte an den Kinokassen bis etwa Mitte der 1970er große Erfolge. Regiegrößen wie Sergio Leone oder Sergio Corbucci hatten hier ebenso ihre Heimat gefunden wie Leinwandgrößen wie Charles Bronson, Henry Fonda oder Clint Eastwood sowie Komponist Ennio Morricone. Als eigentlicher Begründer des Genres gilt heute im Allgemeinen die „Dollar“-Reihe von Sergio Leone, wenngleich Corbuccis Klassiker „Django“ (1968) wohl zu den einflussreichsten Vertretern der Gattung zählt.

Zunächst griff der Italowestern klassische Elemente des US-Western auf, und so galt das Subgenre zunächst als eine Art logische Weiterentwicklung des US-Westerns. Angefangen bei „Drei gegen Sacramento“ (1963) über „Für eine Handvoll Dollar“ (1964) und schließlich „Django“ blieb das Genre zunächst ernst und seine Vertreter waren nicht selten ausgesprochen brutal. Im Gegensatz zum amerikanischen Pendant traf man hier zudem immer wieder auf zwielichtige Antihelden, deren Motive oftmals mehr als zweifelhaft waren. Mit dem Erfolg von Leones „Dollar“-Filmen und Corbuccis „Django“ hatte das Genre schnell eine Form gefunden, die an den Kinokassen Erfolg versprach. Dutzende, oft billig produzierte, Nachahmer waren die Folge, das Leitmotiv des zwielichtigen Helden, der abseits der Moral eigene Wege geht, wurde immer und immer wieder durchexerziert. Ebenso fand man immer wieder den versoffenen Mexikaner und als Liebchen für den Helden eine hübsche Lehrerin, Farmerstochter oder Bardame.

Doch neben den Filmemachern, die sein Erfolgsrezept aufgriffen, war es Sergio Leone, der 1965 mit „Für ein paar Dollar mehr“ den Kinoerfolg des Vorgängers sogar noch übertreffen konnte, der den Kopfgeldjäger schließlich zu einem beliebten „Helden“ des Genres machte – oder zum Gegenspieler des eigentlichen Helden. Gegen Ende der 1960er machte das Genre beinahe ein Drittel aller italienischen Filmproduktionen aus, das klassische Schema schien jedoch allmählich ausgeschöpft. So schlug mit dem Kinoerfolg von Enzo Barbonis „Die rechte und die linke Hand des Teufels“.

1969 die Geburtsstunde einer neuen Spielart des Italowestern, einer Art burlesken Parodie auf sich selbst. Die neuen Stars: Bud Spencer und Terence Hill, die bereits in nicht-komischen Genrevertretern gemeinsam vor der Kamera gestanden hatten, mit dem Klamauk-Western jedoch bald zu Weltstars werden sollten. Doch trotz des internationalen Erfolgs des Spencer-Hill-Gespanns auf den Leinwänden hatte das Genre Mitte der 1970er seinen Zenit erreicht, bis es schließlich von den Kinoleinwänden verschwand. Dennoch hat es einen bleibenden Eindruck in der Populärkultur hinterlassen, und so spielen aktuellere Filme wie der Animationsfilm „Rango“ (2011) noch heute ebenso auf den Italowestern an, wie viele Werke von Kultregisseur Quentin Tarantino, der dies nicht zuletzt mit „Django Unchained“ (2012) tat.

Neuer Trailer [2021] (deutsch) ᴴᴰ

Original Trailer [1968] (deutsch)

Teaser [2021] (deutsch) ᴴᴰ

Pressestimmen

„Ein unglaublich amüsanter Genre-Vertreter. Ein Must-See für Genre-Fans.“ (BloodBrothersFilms.com)

„Mit Il momento di uccidere hat Giuliano Carnimeo einen nahezu perfekten Western aus der zweiten Reihe inszeniert.“ (Italo-Cinema.de)

„Der Film kommt mit einem Augenzwinkern daher, aber es gibt fast keinen Slapstick und der Grad der Gewalt ist hoch.“ (Spaghetti-Western.net)

„Giuliano Carnimeos Il momento di uccidere ist ein ebenso erstklassiger und einfallsreicher wie auch böser und gemeiner kleiner Western aus der sogenannten zweiten Reihe, der dank einer innovativen und verspielten Kameraführung, großartigen Schauspielern und übertriebener Härte mehr als überzeugen kann.“ (italo-cinema.de)

„Eine solide und erfahrene Besetzung, kombiniert mit einer starken Regie… machen den Film für Fans interessant, die sich durch die besten Werke des Genres gearbeitet haben.“ (mondo-esoterica.net)

„Ein langatmiger Western mit einer ungewöhnlichen Häufung brutaler Szenen, die jedoch durch ruppigen Humor etwas entschärft werden.“ (Lexikon des Internationalen Films)

Physische Ausstattungen und technische Daten

Limitiertes Mediabook | Film sowohl in der deutschen Kinofassung also auch in der internationalen Fassung | Gesamtlaufzeit Blu-Ray: ca. 86 Min. (deutsche Kinofassung), ca. 87 Min. (internationale Fassung); Gesamtlaufzeit DVD: ca. 82 Min. (deutsche Kinofassung), ca. 83 Min. (internationale Fassung) | Bildformat Blu-Ray: WS 2.35:1 / 1080p 23.976; DVD: WS 2.35:1 (anamorph) | Tonfomate Blu-Ray: Deutsch DTS-HD Master Audio 2.0, Englisch DTS-HD Master Audio 2.0, Italienisch DTS-HD Master Audio 2.0; DVD: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0 | Extras: 16-Seitiges Booklet, Original Trailer, Internationale Artworkgalerie | FSK 18

Blu-Ray | Film sowohl in der deutschen Kinofassung also auch in der internationalen Fassung | Gesamtlaufzeit Blu-Ray: ca. 86 Min. (deutsche Kinofassung), ca. 87 Min. (internationale Fassung) | Bildformat Blu-Ray: WS 2.35:1 / 1080p 23.976 | Tonfomate Blu-Ray: Deutsch DTS-HD Master Audio 2.0, Englisch DTS-HD Master Audio 2.0, Italienisch DTS-HD Master Audio 2.0 | Extras: Original Trailer, Internationale Artworkgalerie | FSK 18

DVD | Film sowohl in der deutschen Kinofassung also auch in der internationalen Fassung | Gesamtlaufzeit DVD: ca. 82 Min. (deutsche Kinofassung), ca. 83 Min. (internationale Fassung) | Bildformat DVD: WS 2.35:1 (anamorph) | Tonfomate  DVD: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0 |Extras: Original Trailer, Internationale Artworkgalerie | FSK 18

Neuigkeiten

„Django – Ein Sarg voll Blut“ von Giuliano Carnimeo (B-Spree Classics) ab heute erhältlich

Im Film “Django – Ein Sarg voller Blut“ von Giuliano Carnimeo, der ab heute auf dem Label B-Spree Classics von UCM.ONE in Zusammenarbeit mit moviemax sowohl auf Blu-Ray, DVD und als limitiertes Mediabook als auch digital erhältlich ist, hat George Hilton mit dem dem deutschen Schauspieler Horst Frank einen sehr charismatischen Gegenspieler, der vielen Fans als „Baron DeLefouet“, der Timm Thaler das Lachen raubte, oder als Hörspielsprecher…

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