VISION KINO empfiehlt „Coexistence, My Ass!“ als FilmTipp:

Die gemeinnützige Gesellschaft VISION KINO fördert bundesweit die Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Unterstützt wird sie von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt, der Stiftung Deutsche Kinemathek sowie der Initiative „Kino macht Schule“, getragen von maßgeblichen Verbänden der Filmverleih- und Kinobranche. Zu ihren zentralen Projekten zählen insbesondere die bundesweiten SchulKinoWochen – das größte filmpädagogische Projekt Deutschlands –, Fortbildungsangebote für Lehrkräfte, pädagogische Begleitmaterialien sowie kuratierte FilmTipps für den Unterricht. Ziel ist es, Film als integralen Bestandteil kultureller Jugendbildung zu verankern, die Filmkompetenz junger Menschen nachhaltig zu stärken und zugleich das Kino als originären Kultur- und Erfahrungsort des Films zu vermitteln.

In ihren aktuellen FilmTipps empfiehlt VISION KINO den von UCM.ONE derzeit in den Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertriebenen Dokumentarfilm „Coexistence, My Ass!“ von Amber Fares für die medienpädagogische Arbeit. Der Film porträtiert die israelische Comedian und Aktivistin Noam Shuster Eliassi, die über mehrere Jahre hinweg bei der Entwicklung ihres Bühnenprogramms begleitet wird. Ausgehend von ihrer Biografie in einer jüdisch-arabischen Gemeinde beleuchtet der Film die strukturellen Spannungen des Nahost-Konflikts und stellt grundlegende Fragen danach, „wer sprechen darf, wer zuhört“ und wie politische Realität und öffentliche Wahrnehmung miteinander verwoben sind.

Im FilmTipp hebt VISION KINO die thematischen Anknüpfungspunkte „Koexistenz, Identität, Israel/Palästina, politische Satire, Widerstand, Mehrsprachigkeit, Zensur“ hervor und empfiehlt den Film „ab Klasse 11“ beziehungsweise „ab 16 Jahren“. Damit wird „Coexistence, My Ass!“ ausdrücklich für die vertiefte schulische Auseinandersetzung mit demokratischer Öffentlichkeit, gesellschaftlicher Polarisierung und Formen künstlerischer Intervention eingeordnet. Zugleich verweist die Empfehlung auf die filmische Gestaltung und die Verbindung von dokumentarischer Langzeitbeobachtung mit performativen Stand-up-Elementen, die eine analytische Betrachtung von Perspektive, Montage und öffentlicher Rede im Unterricht ermöglicht.

Coexistence, My Ass!“ (95 Min., FSK 12) ist im Verleih von UCM.ONE seit dem 5. Februar 2025 in Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen. Die Aufnahme in die FilmTipps von VISION KINO unterstreicht die besondere Relevanz des Films für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit.

Aktuelle Spieltermine können hier abgerufen werden:

Inhalt

Coexistence, My Ass!“ begleitet die israelische Aktivistin und Komikerin Noam Shuster Eliassi bei der Entstehung ihrer gleichnamigen Comedy-Show. Der Dokumentarfilm, der über einen Zeitraum von fünf turbulenten Jahren gedreht wurde, zeichnet Noams persönlichen, beruflichen und politischen Werdegang vor dem Hintergrund der stetigen Verschlechterung der Lage in der Region nach. 

Aufgewachsen im zweisprachigen israelisch-palästinensischen Dorf Wahat al-Salam – Neve Shalom (Oase des Friedens), einer bewusst integrierten Gemeinde, verliert Noam zunehmend den Glauben an den traditionellen Friedensaktivismus. Sie wendet sich der Stand-up-Comedy zu und erregt schnell Aufmerksamkeit im gesamten Nahen Osten. Doch während ihr Stern steigt, bricht alles um sie herum zusammen. 

Mit beißender Satire konfrontiert Noam ihr Publikum mit schwierigen Wahrheiten, die nicht immer lustig sind, uns aber daran erinnern, dass eine andere Realität möglich ist.

Filmgespräch: Amber Fares und Rachel Leah Jones im Interview mit Christoph Terhechte

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Im Filmgespräch zum Kinostart spricht Christoph Terhechte (bis 31.01.2026 Festivalleiter DOK Leipzig; zuvor Leiter des Berlinale-Forums) mit Amber Fares und Rachel Leah Jones über „Coexistence, My Ass!“ – und darüber, wie Noam Shuster Eliassi als Protagonistin und ihre Comedy einen Film trägt, der über fünf Jahre reift und nach dem 7. Oktober 2023 neu nach Worten suchen muss. Fares schildert, wie sie Noam aus langjähriger Bekanntschaft heraus in Harvard beim Aufbau der One-Woman-Show zu drehen begann, ohne fertigen dramaturgischen Plan; Jones beschreibt die enge Vor-Ort-Zusammenarbeit, das ständige Nachschärfen von Kontext und Verständlichkeit und die Stärke eines diversen Teams zwischen Sprachen und Perspektiven. Klar wird: Der Film verzichtet auf Talking-Heads und macht Noams Bühne zur Erzählmaschine – Selbstbefragung, Kommentar, Schutzraum und Risiko zugleich. In der Zuspitzung der Gegenwart zeigt sich die Radikalität dieses Prinzips: Comedy ist hier keine Flucht, sondern eine Methode, Widersprüche sichtbar zu halten.

Coexistence, My Ass! | Trailer (with German subtitles) ᴴᴰ

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Weitere Informationen über den Film: Coexistence, my Ass!

Weitere Informationen über das Filmlabel: NONFY Documentaries