Until We Talk

Rami Elhanans 13-jährige Tochter wird in West-Jerusalem durch die Bombe eines palästinensischen Selbstmordattentäters getötet. Als der trauernde Vater auf den Palästinenser Bassam Aramin trifft, entsteht eine unwahrscheinliche Freundschaft zwischen den beiden Männern. Zehn Jahre später wird Bassams 10-jährige Tochter von einem israelischen Grenzpolizisten erschossen. Doch die Verbindung der beiden Männer ist stark und hält dem erneuten Schicksalsschlag stand.

Kinostart: Ab 8. Oktober 2026 in Deutschland im Kino.

Inhaltsangabe

Rami Elhanans 13-jährige Tochter wird in West-Jerusalem durch die Bombe eines palästinensischen Selbstmordattentäters getötet. Als der trauernde Vater auf den Palästinenser Bassam Aramin trifft, entsteht eine unwahrscheinliche Freundschaft zwischen den beiden Männern. Zehn Jahre später wird Bassams 10-jährige Tochter von einem israelischen Grenzpolizisten erschossen. Doch die Verbindung der beiden Männer ist stark und hält dem erneuten Schicksalsschlag stand. Sie setzen sich weiterhin unermüdlich für Dialog und Versöhnung ein. Als die Söhne der beiden im Teenageralter einen anderen Weg beschreiten wollen, wird ihr Engagement erneut auf die Probe gestellt.

Regiekommentar – Florian Mebes

„Warum ausgerechnet Israel?“ Diese Frage höre ich oft. Vielleicht, weil dieses Land wie ein Brennglas wirkt. Weil hier alles aufeinandertrifft: Religion, Geschichte, Schmerz, Hoffnung. Und weil man nirgends so deutlich spürt, wie nah sich Gegensätze kommen können.

Während meines Studiums begegnete ich Arslan. Er kam aus Baqa al-Gharbiyyeh, einer arabischen Stadt im Nordosten Israels. Wir wurden Freunde. Es war die Zeit der zweiten Intifada. Bomben explodierten in Bussen, die Armee schlug zurück, und Arslan sorgte sich um seine Familie, die zwischen allen Fronten lebte. Als er mich einlud, einen Film über die arabische Minderheit zu drehen, sagte ich sofort zu. Wir arbeiteten in Baqa, direkt an der Mauer zum Westjordanland. Ich erinnere mich an den Moment, als ich sie zum ersten Mal sah. Ein grauer Koloss aus Beton, doppelt so hoch wie die Berliner Mauer, die ich aus meiner Kindheit kenne. Dahinter begann eine andere Welt. Dort verstand ich, dass dieser Konflikt nicht nur aus Politik besteht, sondern aus Menschen, aus Schicksalen, aus Hass und Misstrauen, aus Trauer. Aber auch aus Hoffnung und Mut und dem Willen, etwas verändern zu wollen.

Einige Jahre später führte mich mein Regie-Studium zurück nach Israel. Ich sprach mit jungen Israelis, die mir von Anschlägen erzählten, von Freunden, die sie verloren hatten, und von einem Glauben, der verschwunden war. Eines Tages stieß ich auf ein Foto. Zwei Männer standen Seite an Seite an der Mauer – ein Israeli und ein Palästinenser. Etwas an diesem Bild ließ mich nicht mehr los. Ich wollte wissen, wer sie waren. Ihre Namen lauteten Rami und Bassam.

Zwei Väter, die ihre Kinder im Konflikt verloren hatten. Und sich entschieden, Freunde zu werden. Ich schrieb ihnen, und sie antworteten. Wenig später stand ich vor Ramis Tür in Westjerusalem. Nach einer Stunde Smalltalk lud er mich ein, an einem gemeinsamen Vortrag teilzunehmen. Ich hörte ihnen zu, wie sie von ihrem Weg erzählten, und wusste sofort: Hier beginnt ein Film. Was als Abschlussprojekt gedacht war, wurde zu einer langen Reise. Ich begleitete die beiden über Jahre, durch Israel und die besetzten Gebiete, später über Europa bis nach Südafrika. Ich sah sie in Momenten der Hoffnung und der Erschöpfung, sah, wie sie an Grenzen stießen und sie doch immer wieder überschritten.

Rami und Bassam glauben an das Gespräch, wo Waffen versagen. Ihre Freundschaft ist kein Symbol, sondern gelebte Wirklichkeit. erzählt von dieser Freundschaft. Von zwei Männern, die den Mut fanden, zuzuhören.

Titel: Until We Talk

Regie: Florian Mebes
Drehbuch: Florian Mebes, Yoav Parish
Protagonisten: Bassam Aramin, Rami Elhanan, Arab Aramin, Yigal Elhanan
Kamera: Robin Scheller
Schnitt: Ruth Glas
Filmmusik: Finnek
Grading: Olha Korshynska
Produzenten: Philipp Petersson, Yoav Parish, Robin Scheller, Florian Mebes
Genre: Dokumentarfilm
Produktion: Mcqueen Films GmbH

Produktionsland:
Deutschland/Schweiz
Produktionsjahr: 2025
Sprachen: Hebräisch, Arabisch, Englisch
Untertitel: Deutsch oder Englisch
FSK: ab 12 Jahren (feiertagsfrei)
Deskriptoren: belastende Themen
Länge: 84 Minuten
Bildformat: 2,39:1
Projektionsformate: DCP (DCI 2K Scope), MP4 (Full HD 1080p)
Auflösung: 2048×858
Bildrate: 25fps
Ton: 5.1 Surround, 2.0 Stereo

Verleih und Weltvertrieb: UCM.ONE
Filmlabel: NONFY Documentaries

Kinostart: 8. Oktober 2026

Javier Bardem über den Film

„Ein israelischer Vater und ein palästinensischer Vater. Beide verlieren ihre Töchter – die eine wurde von der Hamas getötet, die andere von der IDF. Ihre Entscheidungen und die darauf folgenden Handlungen sind wahrhaft bewundernswert und vorbildlich. Ohne Gerechtigkeit kann es keine Heilung geben. Ohne Heilung kann es keine Vergebung geben. Und ohne Vergebung ist der Weg zum Frieden unmöglich. Der Dokumentarfilm „Until We Talk“ ist ein Werk, das dazu ermutigt, diese notwendigen Schritte zu unternehmen – mit den für immer verwundeten Stimmen und Herzen von Bassam und Rami. Vielen Dank euch beiden für eure tiefe Großzügigkeit.“ (Instagram, 3. November 2025)

Über Bassam Aramin

Bassam Aramin, 1969 in Sair bei Hebron geboren, engagierte sich in seiner Jugend im palästinensischen Widerstand und verbrachte sieben Jahre in einem israelischen Gefängnis. Dort begann er, die Logik von Gewalt zu hinterfragen und alternative Wege des Widerstands zu suchen.

Nach seiner Freilassung gründete er gemeinsam mit ehemaligen Feinden die Organisation Combatants for Peace. Im Jahr 2007 verlor er seine Tochter Abir, die von einem israelischen Soldaten erschossen wurde. Dieser Verlust bestärkte ihn in seinem Entschluss, den Weg der gewaltfreien Versöhnung weiterzugehen.

Heute ist er palästinensischer Pressesprecher des Parents Circle.

Über Rami Elhanan

Rami Elhanan, 1949 in Jerusalem geboren, ist ein israelischer Grafikdesigner und Friedensaktivist. Am 4. September 1997 verlor er seine dreizehnjährige Tochter Smadar bei einem Selbstmordanschlag palästinensischer Attentäter auf der Ben Yehuda Straße in Jerusalem. Der Verlust seiner Tochter führte ihn zur Friedensarbeit. Er schloss sich dem Parents Circle Families Forum an, einer Organisation, die Israelis und Palästinenser zusammenbringt, die im Konflikt nahe Angehörige verloren haben, und engagierte sich für Dialog und Versöhnung. Im Jahr 2005 begegnete er dort Bassam Aramin, dessen Tochter Abir zwei Jahre später von einem israelischen Soldaten getötet wurde. Trotz unterschiedlicher Herkunft verbindet beide der gemeinsame Schmerz und der Wunsch, Brücken zwischen ihren Gemeinschaften zu schlagen. Rami Elhanan ist ehemaliger Co-Direktor des Parents Circle und teilt seine Geschichte in zahlreichen Vorträgen und Publikationen, unter anderem gemeinsam mit Bassam Aramin in Colum McCanns Bestseller-Roman Apeirogon, um Verständnis, Mitgefühl und Friedensdialog zu fördern.

Über Arab Aramin

Arab Aramin war 14, als seine Schwester Abir drei Tage vor seinem Geburtstag erschossen wurde. Sie hatte ihm zuvor vierzehn Geschenke gegeben. „Damit du mich nicht vergisst“, sagte sie. Der Verlust stürzte Arab in tiefe Verzweiflung. Aus Wut begann er, Steine auf israelische Soldaten zu werfen, und dachte daran, selbst zur Waffe zu greifen.

Eine gemeinsame Reise mit seinem Vater Bassam nach Deutschland, wo er sich mit dem Holocaust und dem Schicksal der jüdischen Bevölkerung auseinandersetzte, veränderte seine Sicht. Als Bassam ihm sagte, er könne den Verlust eines zweiten Kindes nicht ertragen, begriff Arab, dass Gewalt keine Antwort ist.

Heute setzt er sich für Dialog und Versöhnung ein und hat seinen Sohn nach seinem Vater benannt.

Über Yigal Elhanan

Yigal Elhanan war fast fünf Jahre alt, als seine Schwester Smadar kurz vor seinem Geburtstag bei einem Selbstmordattentat in Jerusalem getötet wurde. Während der Shiva, der siebentägigen Trauerzeit, strömten tausende Menschen ins Haus. Später erinnerte sich Yigal: „Ich dachte, sie seien alle zu meinem Geburtstag gekommen, nur wunderte ich mich, dass Smadar nicht dabei war.“ Der Verlust prägte seine Kindheit.

Jahre später wollte er zur Armee, am Checkpoint stehen und Palästinenser kontrollieren. Rami und vor allem seine Mutter Nurit versuchten, ihn davon abzuhalten, doch Yigal entschied sich, seinen Weg zu gehen, und diente drei Jahre in der israelischen Armee.

Heute engagiert er sich gemeinsam mit Arab im Summer Camp des Parents Circle, einer Initiative, die israelische und palästinensische Jugendliche zusammenbringt und sich für Dialog einsetzt.

Über Florian Mebes (Regie & Drehbuch)

Florian Mebes studierte TV-Journalismus an der Filmakademie in Ludwigsburg. Nach seinem Abschluss lebte er mehrere Jahre in Israel und berichtete für deutsche Zeitungen, Radiosender und Fernsehsender. Dabei konzentrierte er sich auf soziale Themen, die intensive Recherchen erforderten. Kurz nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 war er für das ZDF in Israel vor Ort und dokumentierte die bedrückende Stimmung unmittelbar nach den Ereignissen. Florian hat zudem an mehreren Dokumentarfilmen für ARD, ZDF, ARTE, UFA Pro7 und SRF/3Sat mitgewirkt. Er bereiste die Ukraine mehrmals, um für deutsche Fernsehsender über die Entwicklungen nach dem russischen Überfall im Februar 2022 vor Ort zu berichten. UNTIL WE TALK ist sein erster Dokumentarfilm in Spielfilmlänge.

Filmographie (Auswahl)

2025 UNTIL WE TALK (Dokumentarfilm, 84 Minuten, Regie)
2024 72HELLRIDE (Dokumentarfilm, 61 Minuten, Schnitt)
2009 SIE ALLE SIND UNSERE KINDER – ZWEI VÄTER GEGEN DEN KREISLAUF DER GEWALT (Dokumentarfilm, 45 Minuten, Regie)
2008 TIEFSTAPLER (Dokumentarfilm, 7 Minuten, Co-Regie)

Über Robin Scheller (Bildgestaltung & Produktion)

© Heinrich Längerer

Robin Scheller studierte Regie und Animation an der Middlesex University in London. Nach dem Einstieg als Trainee bei Markenfilm arbeitete er dort in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Head of Postproduction und Producer. Gemeinsam mit Florian Mebes entstand in dieser Zeit seine Leidenschaft für den Dokumentarfilm. Seine Arbeit zeichnet sich durch einen sensiblen, beobachtenden Blick aus. Die Dreharbeiten in Israel und der Westbank haben sein Verständnis für Menschen in Ausnahmesituationen vertieft und seinen beruflichen wie auch persönlichen Weg nachhaltig beeinflusst. Er legt großen Wert auf Vertrauen und respektvolle Nähe zu seinen Protagonist*innen. Authentizität entsteht für ihn, wenn sich Begegnungen organisch entfalten. Seit 2022 lebt und arbeitet er in Berlin. Mit seiner Firma VideoKlub realisiert er kommerzielle Projekte, um unabhängige Dokumentarfilme zu ermöglichen.

Filmographie (Auswahl)

2025 UNTIL WE TALK (R: Florian Mebes, 84 Minuten, Dokumentarfilm) – Bildgestaltung & Produktion
2025 BASSTARD X JUJU – DEMONS (R: Omid Mirnour, 4 Minuten, Musikvideo) – Postproduction Producer
2024 72HELLRIDE (R: Lukas Lukincic, 61 Minuten, Dokumentarfilm) – Postproduction Supervisor

Über Philipp Petersson (Produzent)

Philipp Petersson ist ein Schweizer Produzent mit schwedischem Hintergrund und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Produktion von Werbespots. Nach zahlreichen preisgekrönten Produktionen im Werbebereich richtete er sein Augenmerk auf charakterbasierte Dokumentarfilme und Kurzfilme. In den ersten Jahren entstanden mehrere Projekte, darunter die Dokumentarserie Inside Borussia Dortmund für Amazon sowie Kurzfilme wie Chocolate Man und Killing Karl. Der Kurzfilm Tala’vision erhielt 2021 einen Gold Student Academy Award. Neben UNTIL WE TALK arbeitet Philipp Petersson derzeit an einem Film über das amerikanische Rodeo und an einer Mockumentary über einen amerikanischen Patrioten in Europa.

Filmographie (Auswahl)

2025 UNTIL WE TALK Regie: Florian Mebes (Dokumentarfilm, 84 Minuten, Produzent)
2021 TALA’VISION Regie: Murad Abu Eisheh (Kurzfilm, 27 Minuten, ausführender Produzent)
2019 INSIDE BORUSSIA DORTMUND Regie: Aljoscha Pause (Dokumentarserie, 80 Minuten, Postproduction Producer)
2019 CHOCOLATE MAN Regie: M.E.G. (Kurzfilm, 30 Minuten)

Über Yoav Parish (Produzent & Co-Autor)

Yoav Parish ist Co-Produzent und Co-Autor von UNTIL WE TALK und seit über zwanzig Jahren in unterschiedlichen Funktionen in der Film und Fernsehbranche tätig. Er arbeitet als Regisseur, Autor, VFX-Künstler, Hörspielautor und Produzent. Im Laufe seiner Karriere realisierte er eine Reihe von Kurzfilmen, Werbespots und Fernsehproduktionen. Zu seinen jüngsten Projekten zählt die Überarbeitung des Drehbuchs für das historische Doku-Drama Kopernikus sowie die Regie des fiktionalen Teils der Produktion für NDR und Arte in Deutschland, die 2023 ausgestrahlt wurde.

Filmographie (Auswahl)

2025 UNTIL WE TALK (Dokumentarfilm, 84 Minuten, Produzent & Co-Autor)
2024 THE BRIDGES OF WULONG (Dokumentarfilm, 32 Minuten, Regisseur & Autor)
2023 GEHEIMSACHE KOPERNIKUS (TV-Film, 90 Minuten, Co-Regisseur & Co-Autor)
2019 BEE HONEST (Kurzfilm, 7 Minuten, Regisseur & Autor)
2018 GOTTARDO (Kurzfilm, 12 Minuten, Regisseur)
2014 SHNIZLPOMFRIT (Kurzfilm, 14 Minuten, Regisseur & Autor)
2014 DIE FRAUEN DER WIKINGER – ODINS TÖCHTER (Dokudrama, 104 Minuten)

Until We Talk | Trailer (OV mit deutschen und englischen Untertiteln)

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Mehr Informationen

Spieltermine Deutschland (coming soon)

★ SONDERVORFÜHRUNGEN MIT REGISSEUR FLORIAN MEBESStand: 02.10.2026
Fr, 25.09. 20:15 Mössingen – Lichtspiele Mössingen OmU
Mi, 07.10. 19:00 Brake – CENTRALtheater OmU · Tickets
Do, 08.10. 18:00 Hamburg – Abaton OmU · Tickets
Sa, 10.10. 18:00 Berlin – Neue Zukunft OmU · Tickets
SPIELWOCHE 1 · 8. – 14. September 2026Stand: 02.10.2026
Spielzeiten über die Websites der Kinos
Berlin
Berlin Tilsiter Lichtspiele OmU, OmeU
Hamburg
Hamburg Abaton OmU
Nordrhein-Westfalen
Dortmund Roxy Lichtspielhaus OmU
Düsseldorf Metropol OmU
Köln Filmhaus OmU
SPIELWOCHE 2 · 15. – 21. Oktober 2026Stand: 02.10.2026
Spielzeiten über die Websites der Kinos
Nordrhein-Westfalen
Dortmund Roxy Lichtspielhaus OmU

OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln · OmeU = Originalfassung mit englischen Untertiteln